Wann der Untergrund grundiert wird
Nach einer Putzausbesserung saugt frischer Gips oder mineralischer Putz oft stärker als die umliegende alte Wandfläche. Eine Grundierung gleicht dieses Saugen aus, damit die spätere Farbe gleichmäßig deckt und nicht fleckig auftrocknet. Staubige, kreidende oder sehr glatte Stellen werden zugleich gebunden, sodass der Anstrich besser auf dem Untergrund haftet.
Grundiert wird, wenn der Untergrund neu gespachtelt, stark saugend, absandend oder in der Saugkraft ungleichmäßig ist. Eine alte, tragfähige und gleichmäßig matte Dispersionsfarbe braucht häufig keine zusätzliche Grundierung, sofern sie fest sitzt und frei von Fett, Nikotin und losen Schichten ist. Bei zuvor verfüllten Rissen betrifft das vor allem die reparierte Zone und den direkten Übergang zur bestehenden Fläche, nicht automatisch jede übrige Wand.
Wie die Grundierung aufgetragen wird
Die Fläche muss trocken, fest und staubfrei sein, bevor die Grundierung aufgetragen wird. Lose Körner werden abgekehrt oder abgesaugt, glänzende Spachtelstellen leicht angeschliffen und der Schleifstaub vollständig entfernt. Danach wird ein für Innenräume geeigneter Tiefgrund oder eine Haftgrundierung dünn und gleichmäßig mit Rolle oder Pinsel verteilt, ohne dass sich Pfützen oder glänzende Laufspuren bilden.
Stark saugende Stellen nehmen mehr Material auf und können nach dem ersten Auftrag noch offen und matt wirken. Ein zweiter, ebenso dünner Auftrag ist sinnvoll, sobald die erste Schicht angetrocknet ist und nicht mehr klebt. Zu viel Grundierung schließt die Oberfläche ab und kann die Farbe später eher abstoßen als binden. Deshalb wird sparsam gearbeitet und das Saugverhalten an einer kleinen Probestelle mit etwas klarem Wasser geprüft.
Was nach dem Grundieren trocknen muss
Die Grundierung muss vollständig durchgetrocknet sein, bevor Übergänge nachgespachtelt oder die Wandfarbe aufgetragen wird. Wie lange das dauert, hängt vom Produkt, von der Schichtdicke, von der Raumtemperatur und von der Lüftung ab. Die Angaben auf dem Gebinde sind maßgebend. In einem kühlen oder feuchten Raum dauert die Trocknung länger als in einem normal beheizten Wohnraum mit regelmäßigem Luftaustausch.
Erst wenn die grundierte Fläche gleichmäßig matt, nicht mehr klebrig und frei von feuchten Flecken ist, folgt der Deckanstrich. Auch zwischen zwei Farbschichten muss die vom Hersteller genannte Trockenzeit eingehalten werden, sonst können Glanzunterschiede und eine schwächere Haftung entstehen. Zum Lüften werden die Fenster kurz weit geöffnet, ohne die frische Fläche stark auszukühlen oder mit dauerhaftem Zug zu belasten.
